30.10.2018 von 19:30 bis 21:00 Uhr Chorkonzert „Reformation und Revolution“

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Ausgehend von einem Soldatenlied im 15. Jahrhundert spannt dieses Konzert einen Bogen über die Zeiten und das Ringen der Menschen um ein Lebenswertes Leben in Demokratie und Frieden. Positive Ideen in der Reformation 1517 oder Revolutionen Anfang des 20 Jhd. haben auch immer Schattenseiten mit sich geführt. Dieses Programm beleuchtet diese Facetten musikalisch. Im Jahr 2018, in dem sich das Ende 1. Weltkrieges zum 100. Mal jährt haben wir für unser Konzert das Völkerschlachtdenkmal als Ort gewinnen können. Wir wollen helfen, dieses als Friedensmahnmal in der Öffentlichkeit weiter zu etablieren und als Sehenswürdigkeit in der Stadt der friedlichen Revolution mit Leben zu füllen.

In diesem Programm stammt die älteste Komposition von Guillaume Dufay, die als Beispiel für eine musikalische Modeerscheinung in der Renaissancemusik steht. Sie verwendet die weltliche Melodie des damals sehr beliebten Soldatenliedes „L’homme armé“ als motivische Grundlage ihrer geistlichen Messkomposition.

Die Reformation als Ausgangspunkt, die Mündigkeit des Einzelnen zu stärken wird mit Texten und Melodien von Martin Luther repräsentiert. Im Mittelteil erklingen zwei Texte aus der Mitte des 20.Jahrhunderts. Dietrich Bonhoeffer war ein lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt. Einen modernen Impuls gibt das Stück von Karin Rehnqvist. Das Zitat „When I Close my eyes I dream of peace“ wird einem 11 jährigen Jungen während des Bosnienkrieges (1992–1995) zugeschrieben. In 12 Sprachen wird der gleiche Text auf typische Melodien und Rhythmen der jeweiligen Kultur gesungen. In Arabisch in einer arabisches Skala, in Swahili sehr rhythmisch und groovig, russisch dunkel und emotional von einem Männerchor, in schwedisch in einem tänzerischen ¾ Takt usw.

Als Partner steht dem Chor das Duo „Choralexpedition“ zur Seite, dass bekannte Kirchenmelodien mit Klängen und Rhythmen unserer Zeit harmonisiert. Das beschriebene Ringen ist auch heute nicht zu Ende. Musik kann uns aber Kraft und Visionen geben, daran beständig weiter zu arbeiten. Das Konzert wird mit Bachs Motette „Jesu, meine Freude“ BWV 227 beschlossen.

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Programm

Instrumentalimprovisation über
„Aus tiefer Not schrei ich zu dir“, Choral von Martin Luther 1523/24

franz. Soldatenlied zum Hundertjährigen Krieg (15. Jh.)
L’homme armé

Guillaume Dufay (1397-1474)
Kyrie aus: Messe „L’homme armé“

Improvisation zu „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Martin Luther

Klaus Fischbach (*1935)
„Sie schreien Frieden“, Text von Annemarie in der Au

Klaus Fischbach (*1935)
„Lass mich in Frieden schlafen“ Text von Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)

Instrumentalimprovisation über
„Verleih uns Frieden gnädiglich“, Choral bearbeitet von Martin Luther

Karin Rehnqvist (*1957)
“When I Close my eyes I dream of peace”

Improvisation zu „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Georg Neumark

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Motette „Jesu, meine Freude“ BWV 227
Bibelübersetzung von Martin Luther

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Leipziger Kammerchor – Gruppe Con Moto
Andreas Reuter – Leitung
Duo Choralexpedition mit Samuel Seifert (Violine) und Andreas Reuter (Klavier)

Veranstaltungsort

Völkerschlachtdenkmal, 04299 Leipzig, Str. des 18. Oktober 100

30.10.2018

von 19:30 bis 21:00 Uhr